Presse
 
 

In der Winzerhochburg hat der Odenwald die Nase vorn Odenwälder Zeitung - 01. August 2009

Geister aus Afrika im Odenwald Starkenburger Echo - Magazin zum Wochenende, 25.September 2004

Gold, Silber und Bronze Starkenburger Echo, 17./18. April 2003

Zehn Medaillen für die Brände von Thomas Helferich bei der Destillata Weschnitztal, 15. April 2003

„Keine Schnapsidee“„Cigar“-Heft Nr. 2, Sommer 2002

„Brennen, so viel und wann ich will“  Weschnitztal - Die Region stellt sich vor, Oktober 2000

Edle Tröpfchen in stilvollem Ambiente genießen Südhessische Post, 05. September 2000

Vom Jahrtausendbrand gekostet Odenwälder Zeitung - Mo, 04. September 2000

Höchste Ansprüche an die Qualität der edlen Brände Südhessische Post, 01. Sptember 2000

Der Odenwälder Bub Stadtmagazin meier, September 2000

Der Aufsteiger: Thomas Helferich Destillata - Das internationale Spirituosen-Magazin, Februar 2000

Brand lief ins Jahr 2000 hinein Odenwälder Zeitung, 03 Januar 2000

Neue Oberliga deutscher Brenner Der Feinschmecker, Heft 3/1999

Premiere der deutschen Topbrenner Der Feinschmecker, Heft 2/1999: Der Feinschmecker-Club

Die Hüter der Brennkultur Küche 5 / 99: Getränke

 

In der Winzerhochburg hat der Odenwald die Nase vornPrämierung: Thomas Helferich stellt besten Traubenbrand

FÜRTH. Nachdem der Apfelbrand Goldparmäne von Edelbrenner Thomas Helferich aus Fürth schon bei der Prämierung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im Frühjahr mit Gold ausgezeichnet wurde, erhielt er jetzt bei der Edelbrandprämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz nicht nur eine weitere „Goldmedaille", sondern auch das Prädikat bester Apfelbrand.

Überhaupt bekam Helferich bei der Prämierung in Neustadt einmal mehr die Qualität seiner Erzeugnisse bestätigt. Von 13 eingereichten Produkten erhielten sieben das Prädikat Gold, vier Silber und zwei Bronze. Nur ein Brand ging leer aus. "Meine exotische Maracuja-Chili-Kreation war den Verkostern zu scharf" so ist es aber auch gedacht", kann Helferich mit dieser Wertung leben. Immerhin erhielten über 50 Prozent seiner Proben Gold.

Besonders stolz ist Thomas Helferich darauf, dass sein Traubenbrand Mario-Muskat Sieger in der Kategorie Trauben wurde - unter insgesamt 168 einreichten Produkten. „Mitten in der Winzerhochburg Rheinhessen bekommt ein Traubenbrand aus dem Odenwald die besten Noten", freut er sich. Hierbei profitiert der Fürther von der Zusammenarbeit mit dem Winzer Bernd Machemer aus Freilaubersheim. der ihm nicht zum ersten Mal bestes Ausgangsmaterial lieferte. "Das ist das A und O", weiß Thomas Helferich.

Denn alle Kunst an der Brennblase nützt nichts, wenn das Material nicht stimmt: „Ich kann ein gutes Ausgangsprodukt veredeln, aber nicht aus Mist Gold machen", beschreibt es der Fürther deutlich. In den „Top ten" der Betriebe bei der Prämierung für die Region Rheinhessen landete Helferich übrigens aus Platz vier.

In Neustadt waren noch zwei weitere Brenner aus dem Weschnitztal vertreten. Gerhard Fritz erhielt zweimal Gold, siebenmal Silber und einmal Bronze. Dieter Walz aus Fürth hatte eine Vielzahl von Produkten eingereicht. Dafür gab es neunmal Gold, 22-mal Silber und dreimal Bronze. Damit rutschte auch er unter die „Top ten" der Betriebe - auf Platz acht.

Urkunde Gold DLG 2009
Urkunde Landwirtschaftskammer Rheinland Pfalz 2009
Urkunde Siegerbrand (Mario-Muskat) Landwirtschaftskammer Rheinland Pfalz 2009

Odenwälder Zeitung - 01. August 2009

 

Geister aus Afrika im Odenwald
Spirituosen - Edelbrenner Thomas Helferich fängt das Aroma exotischer Früchte ein,
um es in Fürth zu destillieren

VON REINER TRABOLD Der Schnaps rinnt im dünnen Strahl direkt neben dem Schreibtisch aus einem Röhrchen in einen Edelstahleimer. „Der wird verrochen, nicht verkostet“, klärt Thomas Helferich auf, hält sich das Glas unter die Nase und schnuppert. Dass der Schreibtisch dort steht, habe einen praktischen Grund: Helferich hat neben dem Schreibkram, den Protokollen im Lager- und Brennbuch fürs Zollamt beispielsweise, seine eigentliche Arbeit, den Obstbrand, immer in Riechweite. Denn die Qualität des Destillats hängt davon ab, was die Nase des Brenners aus Fürth im Odenwald für edel und was sie für Abfall hält.

Gereift, geerntet und zum Gären gebracht

Brände werden aus Maische gewonnen. Das ist in der Regel vergorenes Obst, wie es gerade im Odenwald reift, geerntet und von einer Reihe hiesiger Brennereien verarbeitet wird. Zwetschgen, Renekloden, Mirabellen, Äpfel, Birnen, Waldfrüchte, Schlehe. Mispel, Vogelbeere oder Hagebutte; die Liste ist lang. Die Früchte werden zerkleinert und ihr Fruchtzucker mit Hefe in Behältern zum Gären gebracht. Der Zucker wird dabei in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt.
Die Kunst des Brennens besteht nun darin, Alkohol und Fruchtaromen möglichst rein aus der Maische zu destillieren. Sie wird dafür in die Brennblase gefüllt. Das ist ein Kupferbehälter, in dem eine Heizung die Maische erhitzt. Dabei steigt der leicht flüchtige Alkohol mit Aromastoffen auf, sammelt sich im Helm des Destilliergeräts, kommt über Edelstahlrohre zur Verstärkerkolonne, in denen sich der Alkohol in so genannten Glockenböden in mehreren Stufen abkühlt. Das Wasser wird dabei vom Alkohol getrennt, und es entsteht ein hochprozentiges Destillat, das mit 20 Grad aus der Anlage läuft.
Zuerst kommt der Vorlauf des Destillats aus der Apparatur. Er enthält neben anderen geschmacksstörenden Schadstoffen das leicht flüchtige, gesundheitsschädliche Methanol. Das ist nicht zu gebrauchen. Helferichs feine Nase riecht genau, wann der Brand im Mittellauf oder Herzstück so rein ist, dass er ihn (mit Odenwälder Quellwasser verdünnt) als Edelbrand in Flaschen füllen und verkaufen kann. Er registriert auch, wenn im „Nachlauf“ schwerflüchtige Fuselstoffe die Qualität mindern. Auch der sei wirtschaftlich nicht weiter zu verwerten und lande in der Mörlenbacher Kläranlage, sagt Helferich. Die Umgebung, in der Thomas Helferich so Edles produziert, ist gänzlich unromantisch. Das Destilliergerät mit der Aufschrift „Jacob Carl Göppingen“ steht zwischen blauen Maischebottichen und Regalen voller Kisten direkt neben dem Schreibtisch in einer Halle, in der die gebrannten Schätze des Odenwälder Edelbrenners in großen Stahlkannen lagern. Auf dem blauen Fass, aus dem Maische in die Brennblase gepumpt wird, klebt ein Etikett mit der Aufschrift „Ultrafresh Farms, Ghana“ und „pineapple mash“. Ananas-Maische.
So wird klar, dass der Brenner, dessen Edelbrände das Etikett „Odenwälder Bub“ tragen, auch mal fremd geht, wenn es besonderes Obst in der Region nicht gibt. Der Reichelsheimer Entwicklungshelfer und Agrarwirtschaftler Dieter Nill, ein guter Kunde und Freund, habe ihn auf die Idee mit exotischen Früchten gebracht, erzählt Thomas Helferich. Nill brachte ihm Babybanane aus Ecuador, Mangos und Hibiskusblüten aus dem Senegal, die Frucht der Cashewnuss und Ananas aus Ghana.
„Aus schlechter Maische lässt sich nichts Gutes brennen“, weiß Helferich. Reinheit, Sauberkeit, nichts Faules, entstieltes, gewaschenes Obst sei Voraussetzung für ein hervorragendes Produkt. Zu rund 70 Prozent sei das Resultat vom Obst abhängig, nennt Helferich einen Erfahrungswert.

Strenge Qualitätsstandards auch bei den Partnern in Afrika

Der Fürther Brenner überlegte, wie er die Früchte aus Afrika ebenso erntefrisch verarbeiten könnte, wie die aus dem Odenwald. Er ließ sich Proben per Luftfracht schicken, experimentierte, knüpfte Kontakte, reiste im Februar mit Nill nach Afrika, suchte und fand eine Farm und einen Brenner, der ihm das Obst verarbeitet und als Vorprodukt nach Deutschland liefert. 14 Tonnen Ananas wurden in Ghana geschält, gehäckselt und in Fässern mit Hefe zum Gären gebracht. Ohne Zuckerzusatz. Alles nach strengen Qualitätsstandards. Denn Thomas Helferich hat sich mit drei weiteren Brennerkollegen besonderen Regeln des Destillierens unterworfen. Er habe sich davon überzeugt, dass die Partner in Ghana unter hygienischen Bedingungen Topqualität verarbeiten, und er sei erstaunt gewesen, wie „die das durchgezogen haben“. So sei es gelungen, baumfrisches Obst einzumaischen.
Der Cashewapfel (er sieht aus wie eine Paprika) wird eingesammelt, wenn die Früchte reif vom Baum fallen. Die Sammler trennen die Frucht von der „wirtschaftlich interessanten Nuss“. Der säuerliche, geschmacksintensive Apfel müsse sofort weiterverarbeitet werden, denn er verderbe schnell. Vier Tonnen davon wurden auf der Farm gemaischt, in Accra zu einem Rohbrand destilliert, mit dem Schiff nach Rotterdam und von da in den Brennereiweg in Fürth gebracht, um den Vorbrand dort beim zweiten Brand zu veredeln.
Mit seiner exotischen Edition betritt Thomas Helferich Neuland. Er sei der einzige in der Bundesrepublik, der Früchte aus den Tropen in dieser Vielfalt und Reife brenne, sagt er und rechnet sich einen Marktvorteil aus. Die Edition umfasst einen Hibiskuslikör, Bananen-, Cashew-, Mango-, Ananasbrand in stapelbaren Flakons. Die Vorlage zur Idee habe er bei einem irischen Whisky entdeckt. Die Fruchtpalette wird wohl um weitere Aromen erweitert. Auch der Geschmack der Passionsfrucht und der granatapfelähnlichen Sapotille reizt ihn.
Thomas Helferich betreibt die Brennerei in Fürth in der vierten Generation mit seiner Frau Anette Stephan. Der gelernte Krankenpfleger stieg in den Betrieb der Eltern ein, als der Bruder andere Wege ging. Das mit den Odenwälder Obstbränden habe sich so gut angelassen, dass er Nägel mit Köpfen machte und zur Abfindungs- eine Verschlussbrennerei einrichtete, die es ihm erlaubt, größere Mengen zu produzieren. Da beides zusammen nicht in einem Haus betrieben werden darf, habe er die Abfindungsbrennerei seiner Frau von seiner Verschlussbrennerei durch einen teuren Umbau abtrennen müssen.
Die Abfindungsbrennerei ist vom Staat auf 300 Liter reinen Alkohols im Jahr kontingentiert – und die Branntweinsteuer fällt sofort an. 10,20 Euro pro Liter. Das Zollamt geht beispielsweise bei Zwetschge von einer Ausbeute von 4,6 Liter Alkohol aus 100 Liter Maische aus und errechnet daraus ihren Steueranteil. Bei sehr gutem Obst könne die Ausbeute aber leicht weit über diesem Wert liegen. Zum Vorteil für den Brenner: Die steuerfreie Überausbeute bleibt als Gewinn bei ihm. Nachteil: Es ist vorgeschrieben, ausschließlich heimisches Obst zu verwenden. Mit ihrem Kontingent wäre der Brenner bald am Ende seiner Möglichkeiten, gäbe es nicht einen zweiten Weg, aus Obst Schnaps zu machen.

Amtliche Messuhr erfasst die Menge des Brandes

Die Destille, die bei Helferich dekorativ im Verkaufsraum hinter Glasscheiben steht, darf in beliebiger Menge alles brennen, was sich brennen lässt. 8000 bis 10 000 Liter Brand im Jahr sind das bei Helferich. Die Anlage arbeitet unter Verschluss, ist vom Zoll verplombt. Über eine amtliche Messuhr (wie ein Mühlrad mit Litergefäßen, die mit einem Zählwerk verbunden sind) wird die Menge des gewonnenen Brands ermittelt. Die Apparatur entnimmt automatisch Proben, aus denen der Zoll genau den Alkoholgehalt spindelt und die Steuer errechnet. Die wird – Vorteil dieses Verfahrens – erst fällig, wenn der Brand verkauft ist.
Wer jemals Waldhimbeeren mit der Hand gepflückt hat, kann sich vorstellen, welche Arbeit es macht, rund neunzig Kilo Beeren von den dornigen Zweigen zu klauben. Daraus lasse sich etwa 1,5 Liter Brand erzeugen, erklärt Helferich den stolzen Preis von rund 100 Euro für den halben Liter und ist sich sicher: „Am Himbeerbrand ist nix zu verdienen.“ Der weit preiswertere Geist bezieht sein Aroma aus in Alkohol eingelegten Früchten, die gebrannt werden. Dieselbe Menge Himbeeren in 18 Liter Alkohol eingelegt ergeben rund 16 Liter reinen Himbeergeist, der mit Wasser auf Trinkstärke gebracht und in rund 70 Flaschen zu einem halben Liter abgefüllt wird.

- Starkenburger Echo - Magazin zum Wochenende 25.September 2004

 

Gold, Silber und Bronze
Hohe Auszeichnung für die Brennerei Helferich und Schilling

FÜRTH (kako) „Es ist schon etwas ganz besonderes, an einem solch hochdotierten Edelbrand-Wettbewerb, wie es die österreichische „Destillata" ist, teilzunehmen", schwärmt Thomas Helferich aus Fürth in Erinnerung an den 2. März, wo er zusammen mit Ehefrau Anette Stephan in Salzburg als bester deutscher Edelbranderzeuger mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet wurde. 138 Edelbrenner aus zehn Nationen hatten sich zuvor dem Qualitätsurteil der Expertenjury gestellt - insgesamt 1233 Proben unterschiedlicher Kategorien, allesamt reine Destillate ohne Zuckerzusatz, eine selbst auferlegte Prämisse, der sich auch das Unternehmen Helferich & Schilling verschrieben hat.
Abgeschlossen sind die aufwendigen Umbauarbeiten in der heimischen Produktionsstätte. Im Brennereiweg bildet nun die versiegelte Edelstahldestille das Herzstück der neu gestalteten Verkaufsräume, ein Eldorado für jeden „Obstler-Fan", der das Besondere zu schätzen weiß und sucht.

Einmal Gold, fünfmal Silber und zweimal Bronze für Thomas Helferich, lautet die- „Destillata"- Bilanz aus Odenwälder Sicht, ein Erfolg, der nicht von ungefähr kommt und für sich spricht. Punktgleich mit Ingrid Alsheimer (Franken) gelang es dem „Destillata" Helferich als bester Deutscher die Plätze drei und vier auf sich zu verbuchen. Besonders stolz ist Thomas Helferich dabei auf die Prämierung seines Mirabellendestillates, das unter der Vielzahl der verkosteten Brände dieser Kategorie „ganz vorne" eingestuft wurde. „Gerade die Mirabellenbrände sind bei den Brennern sehr beliebt", erläutert Thomas Helferich, und das erklärt, warum gerade diese Silbermedaille zukünftig einen Ehrenplatz im Hause Helferich & Schilling einnehmen wird. Ein besonderes Plätzchen in der heimischen Vitrine dürfte aber auch die Bronzescheibe in der Wertung der Zigarrenbrände erhalten, denn „mit dieser besonderen Art der Edelbrände haben wir vor kurzem absolutes Neuland betreten", so Helferich.
Bei Zigarrenbränden handelt es sich um holzfassgelagerte Destillate mit einem Alkoholgehalt von mindestens 43 Prozent, die als Begleiter den Genuss einer edlen Zigarre geschmacklich abrunden. Das Haus Helferich & Schilling setzt hierbei auf die Schwarze Johannisbeere als Ausgangsprodukt, ein Obst, das kräftig genug ist, dem Geschmack des Kastanienbaumfasses zu überlagern. Wer sich dieses neue Geschmackserleben nicht entgehen lassen möchte, sollte unbedingt auf ein Probegläschen bei Thomas Helferich vorbeischauen.
Auch bei der Auswahl der passenden „Havanna" berät Familie Helferich natürlich ihre Kunden gerne. Aber auch derjenige, der für den besonderen Anlass ein besonderes Geschenk benötigt, dürfte in der Vielfalt edler Brände und formschöner Flaschen die Qual der Wahl haben.

Ob Speierling-, Traubenkirsche-, Reneclauden- oder Bierbrand - welches edle Tröpfchen dann letztendlich zum Edelbrand-Favoriten auserkoren wird - das allein bleibt dem individuellen Geschmack des Kunden überlassen. Ansonsten bleibt in Sachen Edelbrand keine Frage unbeantwortet. Der Fachmann Helferich weiß, wovon er spricht. Gold, Silber und Bronze sprechen hierbei für sich.

- Starkenburger Echo 17./18. April 2003

 

Zehn Medaillen für die Brände von Thomas Helferich bei der Destillata

Fürth (arn) Wieder einmal hat Thomas Helferich, Geschäftsführer der Hausbrennerei Helferich & Schilling in Fürth, die Qualität seiner Edelbrände von allerhöchster Stelle bestätigt bekommen. Bei der Destillata in Österreich, der größten Spirituosen-Prämierung ihrer Art, belegte der Fürther unter 138 Teilnehmern aus zehn Nationen den 19. Platz. Zusammen mit Ingrid Alsheimer aus Unterpleichfeld war er damit bester von 25 Brennern aus Deutschland.

Eine Besonderheit der alljährlichen Destillata ist, dass nur ungezuckerte Destillate zugelassen sind. „Ich halte die zusätzliche Zuckerung von Obstbränden für eine Verfremdung und bin froh, dass die Verantwortlichen der Destillata dies ebenso sehen", erklärt Thomas Helferich. Ebenso freute sich der Edelbrenner aus Fürth natürlich darüber, dass seine zehn eingereichten Proben allesamt in den Medaillenrängen landeten.
Sein Speierling Brand erhielt von den Juroren eine Goldmedaille, Silber gab es für den sortenreinen Apfelbrand Boskoop, den Traubenkirschbrand, den Bockbierbrand und den Renekloden (Pflaumen) Brand. Ebenfalls mit einer Silbermedaille wurde das Mirabellenwasser von Thomas Helferich ausgezeichnet. Allerdings gab es in diesem Bereich kein „Gold" und die Probe aus Fürth war die Bestbewertetste von allen.

Mit Bronzemedaillen wurden Helferichs Wildkirsch Wasser, seine Schwarze Johannisbeere im Kastanienfass und der Schwarze-Johannisbeere-Brand ausgezeichnet. Beim diesjährigen „Sonderthema" der Destillata, den „Zigarrenbränden" erhielt die Schwarze Johannisbeere im Kastanienfass eine weitere Bronzemedaille.
Bei „Zigarrenbränden" handelt es um Brände, die sich zum Genuss gemeinsam mit einer edlen Zigarre eignen. „Dabei ist der Alkoholgehalt etwas höher und der Fruchtgeschmack muss ziemlich dominierend sein, damit der Brand sich gegen die Zigarre behaupten kann", erklärt Thomas Helferich. Diesen interessanten Bereich des Edelbrennens will der Fürther auch weiterhin verfolgen.

- Weschnitztal 15. April 2003

 

„Keine Schnapsidee“
Keine Schnapsidee von Andreas Beerlag

Die Politik hat den Deutschen ihren Schnaps verzuckert. Die Edelbrenner von "aqua ardens" halten sich an ihr eigenes Reinheitsgebot und haben Erfolg bei den Konsumenten.

Wer sucht sie nicht, die Quintessenz, die Wurzel der Dinge? Klingt abgehoben. Kann aber auch Handwerk sein. Wenn der Odenwälder Obstbrenner Thomas Helferich die Quintessenz sucht, dann heizt er 300 Litern vergorenem Brei aus Boskop-Äpfeln mächtig ein. Erhitzt sich die schwach alkoholhaltige Maische - so heisst der Brei - steigen die flüchtigen Inhaltsstoffe als Dampf in die Höhe. Es ist der Alkohol, der bei 78,3 Grad in seinen gasförmigen Zustand übergeht. Aber nicht nur der Alkohol, auch unerwünschte Nebenprodukte.

Mal schauen: Das klare Destillat fliesst aus dem Hahn und Helferich zieht eine Probe in das kleine Tulpenglas. "Riecht noch stechend" sagt er. Helferich lässt den "Vorlauf" nicht in den guten Kessel tropfen, denn der sticht in der Nase und auch im Kopf, würde man ihn trinken. Nach dem vierten, fünften Glas, das der Brennmeister füllt, ist das fruchtige Aroma dominierend, keine Spur mehr von den unerwünschten Nebenwirkungen. Elf Liter reiner Brand fliessen ab, bevor Helferich beim Schnuppern "dumpfe Töne" entdeckt, ein Zeichen, dass der "Nachlauf" beginnt.

Die dafür verantwortlichen Fusel-Öle möchte keiner im Glas haben, deshalb wird der Hahn für diesen Durchgang geschlossen. "Das ist die Faszination des Brennens", sagt Thomas Helferich, während er die Nase ins Glas mit dem Destillat drückt: Aus einem grossen Haufen Äpfel ein kleines Glas Apfelbrand.

Der Apfelbrand ist noch lange nicht fertig. Zwei Jahre noch wird er als 80-Prozentiger im Stahlfass ruhen, bis Helferich den konzentrierten Brand auf die Trinkstärke von 42 Prozent verdünnt. Während dieser Zeit verdichten sich die Aromen, aber schon jetzt ist der Brenner zufrieden. Er nickt zustimmend und sagt: "Ja, der wird was!" Edelbrände sind im Kommen, während der Genuss von Spirituosen langsam rückläufig ist. Experten sprechen von einer neuen Edelbrand-Kultur. Schnaps ist das letzte Wort, dass die Spitzenbrenner der Vereinigung "aqua ardens" ("brennendes Wasser") in den Mund nehmen würden. Wer sich verplappert, zahlt drei Euro in die Kaffeekasse. "Bei uns heisst es ‚Edelobstbrand'. Wer sich nicht dran hält, muss zahlen", sagt Petra Mayer, die einzige Frau im Fünfer-Bund, der sich vor vier Jahren zu einem Verein zusammenschloss: "Wir wollten ein Zeichen setzen gegen neue gesetzliche Regelungen, die Zuckerung von Obstbränden erlauben."

Die Methode, den Geschmack von Bränden "abzurunden", gilt bei Destillateuren mit entwickeltem Berufsethos als Produktverfälschung. Die jungen, wilden Brenner (vier sind Mitte 30, einer über 40) fackelten nicht lange und veröffentlichten ihr "Reinheitsgebot". In der Präambel fordern sie "Natürlichkeit und Zuckerfreiheit". Die Schnapsidee der Politiker konnten sie nicht mehr stoppen. Es darf in jeder Halbliterflasche Obstbrand über den Daumen gepeilt ein Zuckerwürfel gelöst sein. Ein Graus für die aqua-ardens-Brenner. Ihr Widerstand erwies sich als umsatzfördernd: Sie sind mit ihren Produkten bundesweit in Geschäften des Einzelhandels vertreten, der erste erfolgreiche Versuch von deutschen Destillateuren, ihre regional verwurzelten Produkte überregional zu vertreiben.

Jeder Edelobstbrenner gibt aus seinem Repertoire vier Brände ins Sortiment: Arno Dirker aus Unterfranken zum Beispiel den "Brand von der Erdbeere", der Rheinhesse Gerhard Gutzler seine "Aprikose", der Odenwälder Thomas Helferich ist stolz auf die "Zwetschge aus dem Maulbeerfass", Mosel-Brenner Hubertus Vallendar auf den seltenen "Roten Weinbergpfirsich". Dem Reigen der Früchte steuert Petra Mayer ihren "Brand von der Schwarzwälder Sauerkirsche" bei.

Jeden 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, trifft sich aqua ardens, um den "Zusammenbrand" mit Namen "Unser Cuvée" herzustellen. Die Preise für die Halbliterflaschen sind nicht von Pappe: Sie erreichen mit 30 bis 100 Euro mühelos das Spitzensegment der deutschen Obstbrände. Der Preis erklärt sich aus dem hohen Materialaufwand: Durchschnittlich zehn Kilogramm Obst, je nach Sorte stark schwankend, sind für die Produktion einer Flasche nötig. Thomas Helferich macht die Rechnung für seinen Himbeerbrand auf. Eine Frucht, die besonders "materialintensiv" verarbeitet wird: Aus 120 Kilogramm Waldhimbeeren, die ihn rund 600 Euro kosten, brennt er 16 Halbliterflaschen. Kein Wunder, dass der Preis bei überraschenden 103 Euro liegt.

Wer zuckert, braucht weniger Frucht, kann billiger sein. Deshalb aufgepasst: Nachgesüsste Produkte dürfen in Deutschland nicht mit einer Herkunftsbezeichnung versehen werden. Gut zu wissen, dass der Preis seine Qualität hat: Fast jedes Jahr haben Kollegen von aqua ardens bei der österreichischen Edelbrand-Messe "Destillata" die Nase vorn als beste deutsche Brenner.

Wer sich Mühe gibt die richtige Cigarre zu finden, sollte einen Bogen um die gebrannten Süsswaren machen. Und wenn wir schon bei der Cigarre sind: Viele Edelbrände passen ebenso gut zum blauen Dunst, wie man es von Cognac, Whiskey und altem Rum kennt. Auf der Hand liegen "holzgereifte" Varianten wie Helferichs "Zwetschke aus dem Maulbeerfass". Er hatte es mit anderen Holzarten versucht, aber das vom Maulbeerbaum gefiel ihm am besten: "Ich wollte einen nicht zu intensiven Holzgeschmack, um das Aroma der Pflaume nicht zu verdrängen." Das Ergebnis hat etwa die Farbe eines hellen Sherrys und rauscht mit einer reizvollen Verbindung von süss-fruchtigen Noten und leichtem Rauch durch die Kehle. Dazu zündet Helferich am liebsten eine Handgerollte aus der Dominikanischen Republik an. "Kubanische Cigarren sind da vielleicht etwas zu dominant!"

Petra Mayer aus dem Schwarzwald denkt nicht nur ans Fass, wenn sie von der Cigarre spricht: "Ich hatte vor kurzem eine Verkostung von Cigarren aus Honduras. Da passte mein Kirschbrand dazu, er wurde in seinem Geschmack regelrecht von der Cigarre getragen!" Darum dreht sie die Frage einfach um: "Welche Cigarre passt zu meinem Brand?" Die richtige Cigarre, der richtige Edelbrand, richtig getrunken. Petra Mayer erklärt, wie man ordentlich geniesst: "Edelbrände gehören in ein kleines Tulpenglas, nicht in den Cognac-Schwenker. Gelagert und getrunken werden sie bei Zimmertemperatur zwischen 15 und 20 Grad."

Die "Jungen Wilden" sind experimentierfreudig wenn es darum geht, neue Produkte zu entwickeln. Keine Experimente gibt es allerdings beim Brennprozess, denn der wird heute per Computer überwacht. Jeder "Abtrieb" wird genau dokumentiert und kann exakt wiederholt werden. Bloss die Nase des Brennmeisters ist noch nicht digitalisiert: "Wenn ich Schnupfen bekomme, muss meine Frau ran!", sagt Thomas Helferich. Beim Brennen passieren nur wenige Fehler. Mehr schief gehen kann beim Anmaischen. Vergeht zu viel Zeit bis die Gärung beginnt, können sich Bakterien breit machen, die den Geschmack trüben. Darum setzen die Brenner der Maische Reinzuchthefen zu. Die Maische soll wohltemperiert gelagert werden. Bei zu niedrigen Temperaturen stoppt die Gärung zu früh. Bei zu hohen Temperaturen verliert sich das Aroma; der Brand wird zu "dünn". Und wenn die Gärung vorbei ist, brennt Helferich am liebsten so schnell wie möglich.

Jedes Jahr setzt Helferich rund 30 000 Liter Maische an, das macht unter dem Strich rund 5000 Halbliterflaschen. Die wichtigste Voraussetzung für einen guten Obstbrand ist, wer hätte das gedacht, das Obst. Es muss ausgereift sein, um genügend Zucker in sich zu tragen. Und sauber, damit der Brand auch rein wird. Der Odenwälder nimmt zu 95 Prozent Obst aus der heimischen Region, die Äpfel baut er zu einem grossen Teil selbst an. Gedüngt wird mit Pferdemist, zugekauftes Obst nimmt er nur, wenn es nicht gespritzt wurde. Sortenreine Apfelbrände sind sein Faible, die Himbeere sein teuerster Tropfen, der "Bierbrand vom Schmuckerbier" vielleicht sein experimentellster. Doch Bestseller sind Mirabelle und Williamschristbirne. "Es liegt wahrscheinlich daran, dass bei diesen Bränden die Frucht so deutlich heraus schmeckt." Bei anderen ist das Aroma oft vielschichtiger, ein ungeübter Gaumen vielleicht überfordert. Obstbrand trinken will eben gelernt sein.

- „Cigar“-Heft Nr. 2 Sommer 2002

 

„Brennen, so viel und wann ich will“
Thomas Helferich arbeitet seit einem Jahr mit moderner Verschlussbrennerei

Stoffbesitzer - dieser Begriff lässt einen weiträumigen Interpretationsspielraum zu, hat aber mit zwielichtigen Gestalten wenig zu tun. Quitten, Birnen Äpfel, Kirschen, Beeren: Alljährlich bringen Stoffbesitzer ihre Ernte zu Thomas Helferich, der sie zu hochwertigen Obstbränden verarbeitet. Die Brennerei Helferich und Schilling im dazu passenden Brennereiweg in Fürth zählt zu den größten der Region und eröffnete Anfang September dieses Jahres nach mehrmonatiger Bauzeit neue Geschäftsräume.

Direkt neben dem Verkaufstresen blinkt hinter einem verplombten Glaskasten das silberne Metall einer modernen Verschlussbrennerei. "Solch ein Gerät gibt es bundesweit nur noch in einer anderen Brennerei", sagt Thomas Helferich. Mit der neuen Anlage kann er zum einen eine höhere Menge herstellen als mit der Abfindungsbrennerei, die im Stockwerk über dem Verkaufsraum steht. Zum anderen lässt sich die Produktion besser steuern, obgleich der Brennvorgang jeweils der gleiche ist. Moderne Computertechnik sorgt bei der Verschlussbrennerei dafür, dass Helferich Herstellungswerte im Rechner speichern und bei Bedarf wieder abrufen kann. "So kann ich mich jeweils dem Optimum nähern. Ein Destillat schmeckt dann wie das andere, das macht die Destillation reproduzierbar." Individuelle Einstellungen seien dennoch möglich.

Mit der neuen Verschlussbrennerei hat das Fürther Traditionsunternehmen, das Thomas Helferich zusammen mit seiner Frau Annette Stephan in vierter Generation führt, einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft gemacht und den Bereich Herstellung eigener Obstbrände erweitert. Firmengründer Adam Helferich handelt von 1923 ab zunächst mit Tabak- und Kolonialwaren, Schuhen und Lebensmitteln. Erst nach dem Krieg kommen fremde Spirituosen hinzu, die auch heute noch einen Teil des Verkaufssortiments ausmachen. Das erste Getränk aus eigener Herstellung ist der "Odenwälder Bub", den Adam und Werner Helferich vor etwa 35 Jahren kreieren. Eine Brennanlage wird dazu nicht benötigt, denn der Bub entsteht im Auszugsverfahren. Etwa 14 Tage lang werden Kräuter in Alkohol eingelegt und dann wieder herausgefiltriert. "Anschließend wird dem Gemisch noch Zucker beigegeben." Verkauft wird das Traditionsgetränk in Flaschen mit einem Fassungsvermögen von 0,02 bis zu einem Liter.

Eigene Obstbrände stellen die Helferichs seit 1988 her. Zunächst mit der Abfindungsbrennerei, bei der die Produktion von reinem Alkohol auf ein Maximum von 300 Liter kontigentiert ist. "Das ist vom Zoll so vorgegeben. Die gesamte Menge wird pauschal versteuert". Von Anfang an legen die Fürther Wert auf Qualität und bringen nur edles Obst in Flaschen. Das macht sich schnell bezahlt. Bei zahlreichen Prämierungen werden die Brände aus dem Hause Helferich und Schilling ausgezeichnet, dementsprechend hoch ist der Absatz. Auch auf internationaler Ebene erzielen die Brände Erfolge, zum Beispiel in Österreich. So ist der Schritt, die Produktionskapazitäten 1999 mit der Verschlussbrennerei zu erhöhen, nachvollziehbar. Zwar wird bei dieser Anlage jeder Tropfen Alkohol versteuert und registriert, dafür kann Thomas Helferich jedoch "brennen, so viel und wann ich will". Bei voller Auslastung sind pro Tag 1200 Liter möglich.

Im Vorjahr lag die gesamte Produktionsmenge bei 20 000 Liter, dieses Jahr werden des deutlich mehr sein. "Ich rechne mit etwa 35 000 Litern, denn wir hatten ein sehr gutes Obstjahr", sagt Thomas Helferich, der neben seiner Frau noch von seinen Eltern Werner und Gerda sowie dem langjährigen Mitarbeiter Herbert Ludwig unterstützt wird. Gutes Obst, das sind für den Brenner vollreife Früchte mit hohem Zuckergehalt. "Es darf nicht faul und schimmelig sein, keine Stiele und keine Blätter haben." Bei Williams-Birnen zum Beispiel werden die Stile gerupft, feine Häärchen, wie sie mitunter bei Quitten vorkommen, ebenfalls entfernt. Spezialisiert sind Helferich und Schilling auf sortenreine Apfelbrände. Zum Teil stammen die dafür verwandten Äpfel aus eigenem Anbau, der restliche Bedarf wird überwiegend aus der Region gedeckt.

Um bei Obstbränden eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, haben sie Thomas Helferich und Annette Stephan zusammen mit vier weiteren deutschen Brennern zu dem überregionalen Edelbrennerverein "aqua ardens" zusammengeschlossen. Diese Vereinigung zur Förderung der Edelbrandkultur hat sich ein eigenes Reinheitsgebot auferlegt. Die fünf Hersteller vermarkten ihre Produkte unter gleichem Etikett zum Teil gemeinsam und schicken von jedem Destillat Proben zur staatlichen Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Wein und Gartenbau nach Trier. "Die Produkte kommen unverfälscht und in hoher Qualität auf den Markt."

Derzeit läuft bei Helferich und Schilling die Hauptsaison. "Im Herbst werden die Früchte eingemaischt. Den Anfang machen Brombeeren und Johannisbeeren schon im Juli. Die Brennzeit dauert dann bis April." Dank der neuen Geschäftsräume können Kunden und Besucher dem Brenner bei der Arbeit mitunter über die Schulter gucken. "Kleine Gruppen können dabei sein, wenn ich an der neuen Anlage destilliere und anschließend eine Probe machen." So können Stoffbesitzer direkt mitverfolgen, wie ihre Ernte zu einem Obstbrand veredelt wird.

- Weschnitztal - Die Region stellt sich vor - Oktober 2000

 

Edle Tröpfchen in stilvollem Ambiente genießen
Viele Besucher informieren sich beim Tag der offenen Tür in der Brennerei
Helferich & Schilling in Fürth

(drea) Bockbier-Brand, Vogelbeergeist, Stachelbeerbrand, sortenreine Apfelbrände, Schwarzer Johannisbeer-Premiumlikör. Die Liste der Odenwälder Edelbrände lässt Genüsse für den Gaumen vermuten. Beim Tag der offenen Tür in der Brennerei Helferich & Schilling ließen sich viele Besucher vom neuen Ambiente und ebenso von den hochprozentigen Köstlichkeiten begeistern. "Das ist ja toll geworden". "Alles so hell und klar strukturiert". "Ich bin fasziniert von dieser Mischung aus Edelstahl, Glas und Edelbränden". Ähnliches Kommentare waren beim Empfang am Samstagnachmittag häufig zu hören. Thomas Helferich und Anette Stephan haben offensichtlich ihr Ziel erreicht: Transparent machen, was sie tun und sich dabei auch über die Schulter schauen lassen.

Bei ihren Brennvorführungen können die Besucher nicht nur das "edle Tröpfchen" testen, ihnen wird auch ein Einblick in die hohe Kunst der Destillation gewährt. Thomas Helferich widmet sich fundiert und kompromisslos dem Edelbrand. Seine vielfach ausgezeichneten Edelbrände belegen die hohe Qualität. Innovation, aber auch Fantasie im Entdecken neuer Kreationen stecken dahinter. Einzigartig ist sein Jahrtausendbrand aus Wildkirsche, der exakt ab 23.58 Uhr an Silvester 1999 ins neue Jahrtausend gelaufen ist. "Die Qualität ist amtlich bestätigt fantastisch" unterstrich der junge Brenner. Dieses Destillat ist auf 85 Flaschen limitiert, die per Subskription angeboten werden. "Jetzt können wir uns endlich einmal zurücklehnen und mit ihnen in gemütlicher Runde feiern", begrüßte der Inhaber des Fürther Familienunternehmens gemeinsam mit Anette Stephan und seinen Eltern Gerda und Werner Helferich die Gäste. Sein Dank galt den Handwerkern die engagiert, zuverlässig und schnell die einjährige Renovierung realisierten, aber auch dem langjährigen Mitarbeiter Herbert Ludwig. Bürgermeister Gottfried Schneider kam nicht nur in offizieller Mission, er bekannte sich auch als Freund des Edelbrandes. Das Ambiente und die Art und Weise der Präsentation fanden seine Bewunderung. "Helferich & Schilling zählt zur ersten Adresse in diesem Bereich und darauf können wir stolz sein", betonte er.

Thomas Helferich ist Mitglied der Vereinigung "Aqua ardens" - Lebenswasser -, die edlen Bränden mehr Geltung verschaffen möchte. Petra Meyer aus dem markgräfler Land, Gerhard Gutzler (Rheinhessen), Arno Dirker (Unterfranken), Hubertus Vallendar und Thomas Helferich setzen im Bewusstsein der Tradition und mit Hilfe moderner Technik alles daran, die sortentypischen Aromen einzufangen und im Destillat zur vollen Entfaltung zu bringen. Ihr anerkannt hohes Niveau können sie mit ihren Edelbränden nur realisieren, in dem sie kompromisslos auf Qualität setzen. Nur von bester Beschaffenheit und optimaler Reife sind die Früchte aus eigenem Anbau oder von ausgewählten Bauern, die bis zu sechsmal handsortiert sind und zur Maische verarbeitet werden. "Produkte der Natur, die es verdienen, in einem gediegenen Ambiente ausgestellt zu werden", unterstrich Gerhard Gutzler und beglückwünschte die Gastgeber. Mit ihrer Verschlussbrennerei und den neu gestalteten Verkaufsräumen hat das Familienunternehmen "Helferich & Schilling" das Millenium erfolgreich begonnen. Als Abrundung zu den edlen Tropfen erwiesen sich am Samstagabend die lukullischen Genüsse die Klaus Trautmann und sein Team servierten. Eine herzhafte Suppe, die mit Zwetschgenwasser verfeinert wurde und leckerer Zwetschgenkuchen konnten die Gäste am Sonntag genießen, währen sie Details rund um die Destillerie erfragten. Informationen sind ab sofort auch im Internet zu finden. Bei http://www.thomas-helferich.de präsentiert sich das Unternehmen.

- Südhessische Post - 05.09.2000

 

Vom Jahrtausendbrand gekostet
Verschlussbrennerei Helferich & Schilling offiziell eingeweiht

Fürth (gie) "Seit einem Jahr sind wir im und um das Haus mit Umbauarbeiten beschäftigt gewesen. Ich bin froh, dass nun wieder ein wenig Ruhe einkehrt und wir alles in einem neuen Flair präsentieren können", sagte Thomas Helferich, Geschäftsführer von Helferich & Schilling, bei der offiziellen Einweihung der neuen Ladenräume mit Verschlussbrennerei. Und die Arbeiten haben sich gelohnt, denn die Räumlichkeiten zeigen sich nun in einem modernen, hellen, übersichtlichen und damit auch äußerst kundenfreundlichen Bild. "Helferich & Schilling zählt zu den ersten Adressen in unserem Gebiet und wir können als Gesamtgemeinde darauf stolz sein", unterstrich auch Bürgermeister Gottfried Schneider voller Freude. Neben dem Gemeindeoberhaupt begrüßte Helferich besonders seine Kollegen der Edelbrennervereinigung "aqua ardens", sonstige Kollegen, die Vertreter der Bundeszollverwaltung und des Hauptzollamtes Bensheim und die Handwerker, die an den Umbauarbeiten beteiligt waren. "Sie haben sehr engagiert, schnell und zuverlässig gearbeitet und alles zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt", lobte Helferich die Handwerksbetriebe. Einen besonderen Dank sprach der Geschäftsführer den Nachbarn Otto und Karin Arnold aus, die sich dazu bereit erklärt haben, einen Teil ihres Grundstücks für Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Im August 1999 wurden in der ersten Umbauphase die Arbeiten zur Errichtung der Verschlussbrennerei aufgenommen, die im Oktober 1999 in Betrieb genommen wurde. Die zweite Umbauphase in den Räumen wurde vor 14 Tagen abgeschlossen und dauerte insgesamt acht Wochen. Ziel war es, den Edelobstbrand für die Kunden transparent zu machen, so dass es möglich ist, dass sie Helferich bei den Arbeiten über die Schulter schauen können. An Verkostertischen ist es auch möglich , sich von der hohen Qualität der Brände zu überzeugen. Auch Vorführungen sind möglich. Allgemein ist das 1923 gegründete Unternehmen auf dem neuesten technischen Stand und deshalb auch mit einer Website im Internet vertreten. Einen besonderen Dank richtete Helferich an seine Eltern Werner und Gerda Helferich, die trotz Ruhestand immer noch helfend zur Seite stehen. Ebenfalls findet er in seiner Frau Annette Stephan und deren Tochter Sarah immer helfende Hände. Ein weiteres Dankeschön galt Herbert Ludwig, der seit fast 25 Jahren bei Helferich & Schilling arbeitet. Bürgermeister Schneider betonte, dass mit dem Umbau ein Ambiente geschaffen wurde, das begeistert, drückte außerdem seine Freude darüber aus, dass sich Helferich entschloss, örtliche Handwerker mit den anstehenden Aufgaben zu betrauen.

Gerhard Gutzler, Vorsitzender von "aqua ardens" erläuterte die Ziele und die Geschichte der Vereinigung. Gutzler stellt mit Helferich und den Kollegen Petra Mayer, Arno Dirker und Hubertus Vallendar die Speerspitze deutscher Edelbrenner dar. Gemeinsam wollen sie die Edelbrandkultur fördern und mit gemeinsamen Marketingstrategien zusammenarbeiten. Durch "aqua ardens", zu Deutsch Lebenswasser, wurde "Bewegung in die deutsche Edelbrandszene gebracht", wie es Gutzler ausdrückte.

Nachdem die 120 geladenen Gäste schon mit einem Glas Sekt empfangen wurden, durften sie noch ein ganz besonders edles Tröpfchen kosten. Helferich fertigte in der Silvesternacht zu Millenium einen "Jahrtausendbrand" für den Wildkirschmaische der höchsten Qualität verwendet wurde. Pünktlich um zwei Minuten nach Mitternacht ist das erste Destillat aus der Brennerei herausgeflossen. Insgesamt ist das Produkt auf 85 Flachen limitiert, die allesamt mit einem schönen Edelstahletikett versehen und durchnumeriert sind. Für diese Flaschen wurde eine Subskriptionsliste eröffnet. Damit sich die Gäste von der institutionell festgestellten fantastischen Qualität des Tropfens überzeugen konnten, wurden den Gästen Probegläser kredenzt. Doch danach war der Abend noch lange nicht vorbei, denn auf dem anliegenden Grundstück war ein Zelt aufgebaut, das ebenfalls ein ganz besonderes Flair in sich barg. "Das ist ja wie bei Käfer", war der passende Kommentar eines Gastes. In dem tollen Ambiente wurden den Gästen edle Weine und ein fünfgängiges Menü serviert, von dem alle restlos begeistert waren. Für die kulinarischen Köstlichkeiten zeichnete ein Team des Erlenbacher Gasthauses "Zum Schorsch" verantwortlich. Auch für musikalische Unterhaltung hatte Helferich & Schilling weder Kosten noch Mühen gescheut, denn kein Geringerer als Jim Kahr präsentierte auf einer akustischen Gitarre sein Können. Und dass Kahr sein Instrument über alle Maßen gut beherrscht, zeigt alleine die Tatsache, dass der aus Chicago stammende Musiker bereits mit Größen des Musikbusiness wie John Lee Hooker zusammengearbeitet hat.

- Odenwälder Zeitung - Mo, 04.09.2000

 

Höchste Ansprüche an die Qualität der edlen Brände
Brennerei Helferich und Schilling lädt zum Tag der offenen Tür

Fürth (stö) Edle Brände, Wässer und Geiste sowie die fruchtigen Liköre kommen im neuen Ambiente optimal zur Geltung. Hell und luftig wirkt der große Verkaufsraum nach der Renovierung, und die Getränke mit ihrem hohen Qualitätsniveau sind in den gut ausgeleuchteten Nischen ins rechte Licht gerückt. Bei der Neugestaltung bewies Architekt Uwe Kist (Groß-Umstadt) eine glückliche Hand: Der eher sparsame und zurückhaltende Stil bietet den besten Hintergrund für diese Produkte. Bei der Präsentation dominieren - mit Recht - die eigenen Destillate der Brennerei Helferich und Schilling, die bereits mehrfach mit Gold ausgezeichnet wurden. Vom Wildkirschbrand - das Destillat wurde währen der Millenium-Nacht gebrannt, ist auf 86 Flaschen limitiert und kann nun zum Subskriptionspreis erworben werden - über den Bockbierbrand bis hin zu sortenreinen Bränden und den Klassikern wie Williams Christ reicht die Palette in dieser exklusiven Kategorie (Preisklasse von 27 bis 200 Mark). Obstliköre, Wässer und Geiste zählen natürlich ebenso wie die Traditionsmarke "Odenwälder Bub" auch weiterhin zum Sortiment, das von hochwertigen Weinen und weiteren Spirituosen abgerundet wird.

Herzstück des Verkaufsraums ist die neue "Verschlussbrennerei". Hinter Glas und mit 200 Plomben vom Zoll versiegelt steht diese Anlage, ausgestattet mit neu entwickelter Steuertechnik. In ganz Deutschland gibt es nur noch ein weiteres Exemplar dieser Güteklasse. Ausgerüstet ist die Destille mit modernster Technik: Spezielle Wärmetaster erfassen jeden Schritt beim Brennvorgang. Die Daten werden im Computer gespeichert und sind dort jederzeit abrufbar. "Bei großen Mengen an Ausgangsstoffen ist diese Verfahren sehr interessant", lobt Thomas Helferich. Mit Hilfe der aufgezeichneten Temperaturkurven lässt sich jeder Vorgang exakt nachstellen, und "man kann dabei das Optimum besser ausloten". Individuelle Einstellungen sind während des Brennvorgangs selbstverständlich jederzeit möglich, doch der Vergleich einzelner Brände fällt damit sehr viel leichter. Leichtere Handhabung bei optimaler Ausstattung kommt zweifellos der Qualität zugute. Und erfüllen zugleich ein weiteres Kriterium, das Thomas Helferich besonders am Herzen liegt: "Wir wollen das Produkt Edelobstbrand transparent machen". Für Besucher bietet die Brennerei beste Voraussetzungen. Der Tisch für Verkostungen steht direkt vor der Destille, und jeder Teilnehmer kann das Geschehen hinter der Glaswand direkt mitverfolgen. Hinter Glas und bis ins Detail gesichert ist die Anlage wegen der Zollbestimmungen. Jeder Tropfen Alkohol, der den Mittellauf passiert, wird registriert. Ist der Behälter mit dem Nachlauf gefüllt, kommen Beamte der Zollbehörde ins Haus und rechnen die Steuern mit dem Inhaber ab. Der Vorlauf kann bei dieser Gelegenheit vernichtet werden. Im Gegensatz zur "Abfindungsbrennerei", die auf 300 Liter Alkohol pro Jahr kontingentiert ist, fällt die "Verschlussbrennerei" in eine andere Kategorie: Anmeldungen für jeden Brennvorgang beim Zoll sind nicht mehr erforderlich, und auch das traditionelle Brennrecht braucht Thomas Helferich damit nicht in Anspruch zu nehmen. Er kann damit brennen wann immer und was immer er mag. Dies bietet natürlich Vorteile bei Verkostungen: Maximal 16 Personen sind bei solchen Gelegenheiten willkommen. Sie können, während die Informationen und Kostproben zu sich nehmen, den Brennvorgang zugleich live erleben.

Thomas Helferich und seine Frau Anette Stephan gehen beim Brennen der edlen Brände neue Wege und haben sich mit Petra Meyer (Schliegen, Markgräflerland), Gerhard Gutzler (Gundheim, Rheinhessen), Arno Dirker (Möbris, Unterfranken), Hubertus Vallendar (Kail, Mosel) zu "Aqua ardens" zusammengeschlossen. Oberstes Ziel ist dabei die "höchste Qualität der Brände". Erfahrungsaustausch und strengste Qualiätskontrollen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Helferich und Schilling GmbH wurde 1923 gegründet, Spirituosen zählen allerdings erst seit 1950 zum Sortiment des Geschäftes für Tabak- und Kolonialwaren. Vor 35 Jahren stellte Adam Helferich erstmals den "Odenwälder Bub" her, und 1988 begann Werner Helferich mit dem Brennen in der eigenen Destillieranlage. Am Sonntag (3.) lädt die Brennerei Helferich und Schilling zum Tag der offenen Tür. Von 11 bis 17 Uhr können sich Besucher in den neu gestalteten Räumen umschauen und sich über die neuen Verfahren informieren. In der Brennerei werden außerdem Kartoffelsuppe und Zwetschgenkuchen serviert. Die edlen Produkte aus der Brennerei werden an diesem Tag allerdings nicht verkauft.

- Südhessische Post - Fr. 01.09.2000

 

Der Odenwälder Bub

Der Fürther Thomas Helferich ist einer der wenigen deutschen Brenner, der auch international hohes Ansehen genießt. Eindrucksvoll durch höchste Auszeichnungen beispielsweise bei der Wiener Destillata belegt. So überrascht es auch nicht, dass er Gründungsmitglied der deutschen Spitzenbrenner-vereinigung "aqua ardens" ist. Sein oberstes Ziel ist es, den frischen Geruch und Geschmack der jeweiligen Frucht im Destillat einzufangen. Das erreicht er durch schonendste Destillation handverlesener wild- und freiwachsender Früchte, die weder gedüngt noch gespritzt werden, da er sie entweder selbst anbaut oder von ausgewählten Bauern und Sammlern aus dem Odenwald erhält. Neben den Wildfruchtbränden gilt Helferichs besondere Leidenschaft den sortenreinen Apfelbränden.

Alle Destillate werden unter dem Markennamen "Odenwälder Bub" angeboten, so auch der Apfelbrand von der Ernte 1999. Der duftet bezaubernd und schmeckt distinguiert nach der Frucht, ist dabei jedoch würzig und kraftvoll. Ein Brand für Mußestunden.

- Stadtmagazin meier, September 2000

 

Der Aufsteiger: Thomas Helferich

Nach dem Einstieg in den renommierten Fachhandelsbetrieb für edle Weine und Spirituosen seiner Eltern legte Thomas Helferich sein ganzes Augenmerk auf die Eigenproduktion noch köstlicherer Edelbrände, als sie in seinen Ladenregalen zu finden waren. Die erst 1988 errichtete Brennerei war ursprünglich als "Rentnerhobby" für seinen Vater gedacht. Als dann bereits das allererste Destillat, das bei einer Prämierung eingereicht wurde, auf Anhieb eine Goldmedaille erhielt, war der Entschluss rasch gefasst: Helferich begann, sich fundiert und kompromisslos dem Edelbrand zu widmen. Brenner-und Sensorikkurse, Messen und Prämierungen gehören auch heute noch zum Standardprogramm des engagierten Brenners. Selbst seine Urlaube nutzt er dazu, unterstützt von seiner Lebensgefährtin, Brennerkollegen zu besuchen und Betriebe zu besichtigen. Der volle Einsatz, der auch die Pflege seiner über 600 Obstbäume beinhaltet, hat sich rasch ausgezahlt, die Kür zum besten deutschen Schnapsbrenner 1995 war ein erster Höhepunkt im steilen Aufstieg des Betriebes. Zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen sprechen für sich. Großen Wert legt Thomas Helferich auf die Förderung regionaler Obstsorten (vor allem Apfel) und biologischen Anbau. Er ist überzeugt, dass in jeder seiner Flaschen auch ein Stück seiner Persönlichkeit und seiner Heimat, des Odenwaldes, zu finden ist.

In seinem "Laden" - wie er sich bescheiden ausdrückt - hat er seit dem vergangenen Jahr eine wunderschöne "Jakob Carl" stehen, die den Besuch zum Erlebniseinkauf werden lässt. Weil er im eigenen Geschäft brennen kann, kann er die meisten Gäste auch persönlich empfangen.

- Destillata - Das internationale Spirituosen-Magazin 2000/2

 

Brand lief ins Jahr 2000 hinein
Thomas Helferich liefert zum Jahreswechsel ein edles Destillat

Fürth (arn) Das Jahr 2000 war noch 75 Minuten entfernt, als Thomas Helferich in Fürth sein "Jahrtausend-Destillat" in die nagelneue Verschluss-Brennanlage einfüllte. Schließlich sollte pünktlich zum historischen Jahreswechsel der "2000-Brand" fließen. Und tatsächlich: keine zwei Minuten vor Mitternacht flossen die ersten Tropfen und der Brand lief über vom Jahre 1999 ins Jahr 2000 hinein.

Etwa ein Jahr müssen sich Liebhaber von edlen Tropfen nun gedulden, denn solange muss der Brand reifen, dann ist es soweit: der "Jahrtausend-Brand" wird in limitierten und nummerierten Flaschen zu erstehen sein. Und es dürfte sich lohnen, denn für dieses ganz spezielle Produkt war Thomas Helferich das Beste gerade gut genug. Edle Wildkirschenmaische von bester Qualität wurde in die Brennanlage eingefüllt. Das Ergebnis werden, nach Abschluss des Reifeprozesses, rund 45 Liter Kirschbrand sein, die sich nicht nur wegen des Datums ihrer Herstellung auszeichnen werden.

Diese edle Erinnerung an eine historische Silvesternacht kann übrigens auch noch bei einigen weiteren Jahreswechseln genossen werden, denn Kirschbrand kann durchaus zehn oder 20 Jahre gelagert werden, ohne dass er an Qualität verliert. Warum also nicht im Jahre 2020 mit einem historischen "2000er-Brand" anstoßen?

Der "Jahrtausend-Brand" war auch die erste "Bewährungsprobe" für die neue Verschlussbrennanlage im Hause Helferich & Schilling. Auf dem neuesten Stand der Technik werden die bekannten Edelbrände aus Fürth künftig hergestellt. So beherbergt die Anlage beispielsweise ein eigens für die Destillation angelegtes Computersystem, das dem Brenner jederzeit die genaue Kontrolle, beispielsweise über die Temperatur erlaubt. Und auch dieses bleibe gottlob vom allseits befürchteten "Jahr-2000-Crash" verschont, wie in etwa zwölf Monaten ein wohlschmeckender "Jahrtausend-Kirschbrand" aus dem Hause Helferich & Schilling beweisen wird.

- Odenwälder Zeitung, 03.01.2000

 

Neue Oberliga deutscher Brenner
Obstbrände gewinnen immer mehr Liebhaber

Sie haben es im internationalen Wettbewerb der Spirituosen jedoch nach wie vor schwer. Die Brenner Hubertus Vallendar, Gerhard Gutzler, Arno Dirker und Thomas Helferich schlossen sich deshalb zur deutschen Qualitätsvereinigung "Aqua ardens" zusammen, um edlen Bränden mehr Geltung zu verschaffen.

Gerhard Gutzler
Ausgezeichneter Winzer in Rheinhessen, dazu erfolgreichster Brenner 1998 in Rheinland-Pfalz und bester deutscher Brenner in der internationalen "Destillata"-Rangliste 1998. Gutzler, 42, setzt auf saubere, fruchtige und harmonische Brände, die im Geschmack intensiv und kräftig sind. Weingut Destillerie Gutzler, Roßgasse 19, 67599 Gundheim, Tel. und Fax 06244-90 52 21. Tip: Tresterbrand vom Spätburgunder, 0,5l 48 Mark.

Arno Dirker
Der gelernte Schreiner aus Unterfranken wurde 1994 auf der Messe "Destillate" zum Brenner des Jahres gekürt. Brände aus heimischen Früchten wir Eibe oder Steinweichselkirsche, die niemand zuvor destilliert hat, sind die Spezialität des 35jährigen. Edelbrennerei Dirker, Friedhofstraße 20, 63776 Mömbris, Tel. 06029-77 11, Fax 77 44. Tip: Haselnußgeist, 0,5l 35 Mark.

Thomas Helferich
Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete 33jährige Brenner aus dem Odenwald destilliert vorwiegend Obst aus eigenem Anbau oder von Bauern der Region. Spezialität sind sortenreine Apfelbrände und Schnaps von Wildfrüchten, die er meist etwas höherprozentig einstellt. Thomas Helferich GmbH, Brennereiweg 1, 64658 Fürth, Tel. 06253-32 15, Fax 15 05. Tip: Apfelbrand Bohna, 0,5l 33,40 Mark.

- Der Feinschmecker, Heft 3/1999

Premiere der deutschen Topbrenner

Großer Auftritt für vier der besten deutschen Obstbrenner: Unter ihrem neuen gemeinsamen Qualitätssiegel "Aqua ardens" - Lebenswasser - präsentieren sie FEINSCHMECKER-Lesern ihre Destillate am 3. März 1999 im Rahmen eines kulinarischen Abends in der "Brasserie Hilton International" in Mainz. Um 18.30 Uhr werden die Gäste mit Winzersekt von Gerhard Gutzler, Rheinhessen, empfangen, dazu auf Wunsch Likör aus schwarzen Johannisbeeren von Helferich, Odenwald, Likör aus roten Weinbergspfirsichen von Vallendar, Mosel, oder Holunderblütenlikör von Dirker aus Franken.

Für das Fünfgängemenü hat jeder Brenner des Spitzenquartetts Köche aus seiner Region gewinnen können: "Hilton"-Koch Dirk Maus, Michael Schmidt, "Zur schönen Aussicht" in Mörlenbach/Odenwald, Oliver Bell vom "Schloßhotel Petry", Treis-Karden/Mosel, und Ingo Holland vom Restaurant "Zum alten Rentamt" in Klingenberg/Franken kochen jeweils einen Gang mit einem Obstbrand von Aqua ardens. Dieses Destillat wird neben Weinen von Gerhard Gutzler auch zum jeweiligen Gang angeboten.

Brände und Weine erläutert Christina Fischer vom Vorstand der Deutschen Sommelier-Union. Hubertus Vallendar zeigt mit einem mobilen Destillierapparat, wie aus Obst ein Brand entsteht. Nach dem Menü haben die Teilnehmer Gelegenheit, alle Destillate der Aqua-ardens-Brenner zu verkosten. Der Preis für Menü und Verkostung beträgt pro Person 195 Mark. Kennwort: Obstbrenner

- Der Feinschmecker, Heft 2/1999: Der Feinschmecker-Club

Die Hüter der Brennkultur
In der Vereinigung "aqua ardens" haben sich vier deutsche Spitzenbrenner zur Förderung der deutschen Edelbrandkultur zusammengeschlossen.

Sie sind jung, unkonventionell und qualitätsversessen. Ein guter Edelbrand qualifiziert sich für sie durch die "natürliche, harmonische Zusammensetzung an Inhaltsstoffen" und eine "bekömmliche, optimale Wirkung auf Sinne und Wohlbefinden". Weil sie sich konsequent an dieser Qualitätsleitlinie orientieren, haben sie in den letzten Jahren auf der Destillata, der einzigen europäischen Spirituosenfachmesse, kräftig Preise und Auszeichnungen abgeräumt. Und weil ihnen das alles noch längst nicht genug ist, gründeten sie mit ihren Ehefrauen aqua ardens - Vereinigung von Spitzenbrennern zur Förderung der deutschen Edelbrandkultur, einen eingetragenen Verein mit Sitz in Kail.

Arno Dirker, Gerhard Gutzler, Thomas Helferich und Hubertus Vallendar kommen jeweils aus vier unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Jeder für sich erzeugt Produkte mit einem eigenen, gewachsenen, klaren Charakter, und jeder ist überzeugt, daß die Förderung der deutschen Edelbrandkultur nur gemeinsam und betriebsübergreifend möglich ist. aqua ardens (lat. für "Lebenswasser") sehen sie als "Bindeglied zwischen Hersteller und Verbraucher" zur Schaffung von mehr Transparenz und Qualitätsbewußtsein in Sachen Edelbrandkultur. Oder allein schon zur Klärung von Begrifflichkeiten. Denn wer weiß schon, daß ein Brand immer aus dem vergorenen Zucker der Frucht stammt, und ein Geist aus frischen, unvergorenen Früchten unter Zugabe von Alkohol und nochmaliger Destillation entsteht? Für reine Brände benötigt man ungleich mehr Früchte als für Geiste, dies erklärt auch die Preisunterschiede.

Ein sehr wichtiger Partner bei der Umsetzung der aqua ardens-Ziele ist - neben dem guten Fachhandel - die Gastronomie. Insbesondere will man die bestehenden Bemühungen der Spitzengastronomie für Edelbrände konsequent unterstützen. aqua ardens wird bei der deutschen Sommelierschule an der IHK zu Koblenz Seminare für Sommeliers abhalten und Veranstaltungen in und mit der Gastronomie unter dem Motto "Speisen und Edelbrände" organisieren. Erstes Beispiel: die Auftaktveranstaltung im Mainz Hilton Hotel, bei der die vier Brenner ihre Produkte zu einem Menü, kreiert von Küchenchefs ihrer jeweiligen Regionen, präsentierten. Weitere Veranstaltungen, etwa in Berlin, Essen oder Lübeck, sind in Vorbereitung.

"aqua ardens setzt auf den Weg ohne Zucker als Teil eines sehr strengen Reinheitsgebotes"

Ein wichtiger Punkt in der Arbeit von aqua ardens ist nicht zuletzt die Manifestation eines Reinheitsgebotes für Edelbrände, und zwar regional, national und international durch die Zusammenarbeit mit Kollegen in Nachbarländern wie Österreich, Italien oder Frankreich. Noch ist Deutschland in Europa das einzige Land, das z. B. eine Zuckerung von Obstbränden verbietet. Während Verbände und Spirituosenindustrie einer Zuckerung zustimmen wollen, setzt aqua ardens auf den Weg ohne Zucker als Teil eines sehr strengen Reinheitsgebotes. Weitere Ansätze sind die Kontrolle der Rohstoffe, der Gärung, der Destillation, der Inhaltsstoffe ebenso wie die durch klare Kriterien abgeprüfte Sensorik der Brände. Sabine Romeis

- Küche 5 / 99: Getränke

 

 
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